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      360 Grad Videos berauben uns beinahe sämtlicher Stilmittel, die wir für’s Filmemachen normalerweise benötigen. Wie daraus wieder etwas anderes spannendes entsteht und worauf man hier inhaltlich achten sollte, erfahren Sie hier.

      Unsere Hauptaufgabe liegt für gewöhnlich darin, eine Botschaft in eine Bildsprache zu übersetzen.
      Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, sowohl bei den Dreharbeiten, als auch im Schnitt. Wir wählen die Perspektive mit der wir auf Dinge schauen, bestimmen, wieviel davon scharf zu sehen ist und wieviel bedingt durch die Einstellung überhaupt sichtbar ist. Wir entscheiden mit Schnittrhythmus und Länge ob etwas flüchtig wahrgenommen wird oder Zeit hat sich explizit einzuprägen. Wir können mithilfe dieser Stilmittel natürlich auch sehr subtil vorgehen und den Zuschauer fordern, mit ihm spielen.

      Doch was, wenn man dieser Möglichkeiten beraubt wird und man trotzdem einen stimmigen Film abliefern soll? Herzlich willkommen in der „virtuellen Welt“ der 360 Grad Videos.
      Sie können alles sehen, egal wo Sie hinschauen. Sie können sich frei drehen und Ihre Blicke in jede Richtung schweifen lassen.

      Wie erzeugen wir nun eine Dramaturgie oder ist das bei 360 Grad Videos gar nicht mehr nötig?

      Unsere Erfahrung hat gezeigt, wenn wir uns darauf einlassen hat die ganze Sache durchaus einen Unterhaltungswert. Sogar für uns Macher und für Sie als Kunde.

      Natürlich beschränkt man sich auf eine kleinere Menge an Aufnahmen. Man versucht Perspektiven und Standorte für das Kamerasystem zu finden, bei denen der Zuschauer selbst entdecken kann, etwa durch das drehen des Kopfes. So können wir die Aufmerksamkeit und den Blick des Zuschauers doch lenken, es Bedarf nur einer sehr genauen Planung was im Bild passieren soll und einer Choreografie. Denn es wäre schade, wenn Sie zum richtigen Zeitpunkt in die falsche Richtung schauen.

      Und hier sind wir schon beim Stichwort, Choreografie. Musste man sich bei normalen Filmaufnahmen „nur“ darum kümmern, dass jeder im Bild weiss war er zu tun hat, ist das Bild nun eine 360 Grad Umgebung. Das vervierfacht die Choreografie, denn niemand möchte in eine Richtung schauen in der nichts passiert. Natürlich gibt es das auch, aber dann bräuchten Sie kein 360 Grad Video.
      Also überlegen wir uns eine Choreografie für die Protagonisten und zwar rund herum. Und weil uns das zu langweilig ist, bauen wir noch eine Choreografie für die Kamera mit ein. Soll heißen, wir bewegen die Kamera auch noch im Geschehen. Entweder durch die Protagonisten oder andere Möglichkeiten vor Ort, wie Hubwagen, Rollkörbe und so weiter.

      Die Dreharbeiten verlaufen dann für uns sehr ungewohnt, wir verstecken uns hinter einer Ecke wo die Kamera uns nicht sehen kann und überwachen die Aufnahme von dort aus.

      So hat das Ganze trotz einer nicht zu unterschätzenden technischen Komponente, doch eher etwas von einer Theater Inszenierung. Das gefällt mir als Regisseur und Geschichtenerzähler natürlich wieder sehr. Selten darf ich im Industriefilm Bereich so sehr inszenieren wie hier.

      Das Ergebnis am Ende, speziell auf einer VR Brille spricht für sich und entführt wirklich in eine neue faszinierende Welt, auch für Betrachter, die die Umgebung kennen.

      HABEN SIE FRAGEN ODER ANREGUNGEN? DANN SETZEN SIE SICH MIT UNS IN VERBINDUNG.